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Aurélien Jacob, Nono für die Freunde

16.12.2018

Aurélien Jacob ist eine Schlüsselfigur der bretonischen Surfszene. Obwohl er nicht aus der Gegend stammt, repräsentiert er sie, vom Golf de Gascogne bis zu den Côtes d’Armor. Der Extremsportler ist ein geübter Surfer, ein Energiebündel und internationaler Held; außerdem arbeitet er als Surflehrer.
Aurel verbringt seine Zeit am Meer, egal, ob es ruhig oder stürmisch ist. Mit seinen Freunden Ronan und Ewen drehte er in Indonesien einen Abenteuerfilm mit dem Titel „Des Iles Usions“, über den er heute mit uns spricht und dabei auch sein neues Vorhaben erläutert. Im folgenden der erste Teil eines langen Telefongesprächs…

„Würdest du dich bitte kurz vorstellen?“
„Ja, klar, hör zu: Ich komme aus Ostfrankreich, mein Vater war bei der Armee und deshalb sind wir viel herumgekommen, bis nach Guayana und La Réunion. Dort begann ich mit dem Surfen, damals war ich 8. Später, 1995, da ging ich in die 7. Klasse, zogen wir in die Bretagne. Seitdem habe ich viele Reisen unternommen, aber mein richtiges Zuhause ist hier. Ich habe schon in allen vier Departements der Bretagne gelebt. Ich surfe also schon seit 22 Jahren, die längste Zeit davon in der Gegend.“

„Wie bist du zum Surfen gekommen?“
„Mein Vater macht Triathlon und nahm mich und meinen Bruder als Kinder deshalb oft ins Schwimmbad mit. In Guayana waren wir die ganze Zeit am Strand und auf der Insel La Réunion wohnten wir direkt an einem Surfspot. In der Grundschule bemerkte ich sofort eine Gruppe von Blondschöpfen, die ständig zusammensteckten, das waren die Surfer. Sie waren damals bereits in einem Club, was es ganz einfach machte, sich ihnen anzuschließen und einen Anfängerkurs zu belegen. Wir spielten mit kleinen Body-Boards in den Wellen. Als mir mein Lehrer zum ersten Mal ein Surfbrett gab und ich im Liegen die erste Welle abbekam – das war eine Offenbarung. Ich wollte daraufhin unbedingt jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag hingehen.
Wenn man einmal damit anfängt, kann man einfach nicht mehr darauf verzichten. Mein Vater wurde in die Bretagne versetzt, und obwohl das Surfen medial und von der Infrastruktur noch nicht so verbreitet war, gab es eine Menge Surfschulen und Surfclubs. Es war kalt und man musste einen Anzug tragen, aber ich konnte meiner Leidenschaft problemlos weiter nachgehen.“

„Was ist am Surfen in der Bretagne so besonders? Was sind die charakteristischen Eigenschaften der Region?“
„Die Bretagne verfügt über 2800 Kilometer stark zerklüfteter Küsten, im Norden der Ärmelkanal, im Westen der Atlantik und im Süden der Golf de Gascogne. Die Klimazone am Atlantik liegt ziemlich hoch und weist viele Tiefdruckgebiete auf. Surfen ist wie Fischen und Navigieren aufgrund des Gezeitenwechsels, der Strömungen und der Kiesel ziemlich kompliziert. Hier ist das Surfen genauso unterhaltsam wie an der französischen Küste, die ziemlich gerade ist und deren Spots dem Wind systematisch ausgesetzt sind; bei zu starkem Wellengang oder Wind aus der falschen Richtung ist dort schnell Schluss mit richtigen Wellen.
Das Besondere an der Bretagne im Vergleich zum Rest von Frankreich ist, dass man praktisch das ganze Jahr über surfen kann, wenn man die Spots und ihre Eigenheiten gut kennt: die Wassertiefe, die Gezeiten, die Strömungen und die Richtung von Dünung und Wind. Je weiter man in den Süden von Frankreich vorstößt, desto stärker ähnelt die Küste einer schönen Autobahn; sobald der Wind und die Bedingungen nicht optimal sind, surfen die Leute nicht, sie machen was anderes – da übertreibe ich jetzt natürlich ein bisschen, aber im Ansatz stimmt es schon. In der Bretagne muss man manchmal ein paar Kilometer fahren, aber man findet immer einigermaßen gute Wellen und kann surfen.“

„Man ist ständig auf der Suche nach der Welle…“

„Ja, genau! Die CO2-Bilanz der bretonischen Surfer dagegen ist positiv. (lächelt) Heute bin ich zum Beispiel in Lorient, fahre ins zwei Autostunden entfernte Loquirec, morgen früh geht’s zum Fotos schießen an einen geheimen Spot, danach weiter zu einem anderen Ort… Du bist mehr auf der Straße als auf dem Surfbrett, die Qualität der Wellen dagegen ist einfach gigantisch…“

„Passt du dich leichter an, weil du es schon mit sehr unterschiedlichen Wellen zu tun gehabt hast?“
„Ja, das ist so. Ich stelle nicht gerne Vergleiche an, aber im Baskenland sind die Wellen eher Felsenwellen und in Landes gibt es wie an der gesamten Atlantikküste viele sandige Spots; in der Bretagne haben wir auch sandige Spots, die wir hier „Beach Break“ nennen, aber auch eine Menge Landspitzen und „Reef“-Spots [Spots an Felsen – Anm. d. Red.] und klassische Spots mit ganz normal auslaufenden, langen Wellen. Wir haben außerdem viele Wellen des „Slab“ Typs, also intensivere, gefährliche Wellen direkt an den Felsen, mit sehr niedriger Wassertiefe, die technisch ausgesprochen anspruchsvoll sind. Wenn du woanders Wellen auf Korallenuntergrund surfst, hast du dann wesentlich weniger Angst, weil du ja schon Felsen-Wellen bezwungen hast, du weißt, was dich erwartet. Ich habe an Spots mit Felsen und Korallen mit dem Surfen begonnen und als in der Bretagne zum Beispiel in Wettbewerben tiefere und aggressivere Wellen anrollten, ließ ich mich nicht so leicht einschüchtern, klar.

„Du hast mit deinen Freunden Ewen und Ronan eine bemerkenswerte Reise unternommen, ihr habt den Film „Des Îles Usions“ gedreht, das ist schon eindrucksvoll, was kannst du uns über dieses Projekt erzählen?
Des Îles Usions ist das Projekt von drei Stadtbewohnern, die in Einklang mit „der Gesellschaft“ leben und sich deren Komfort erfreuen. Es ist zum Beispiel ganz einfach, sein Auto zu nehmen, surfen zu gehen, zum Bäcker zu gehen, also schnell etwas zu Essen zu finden, abends schlafen zu gehen, um am nächsten Tag frühmorgens wieder in Form zu sein. Das Surfen gilt zwar als ein cooler Sport, erfordert jedoch extreme körperliche Fitness und eine hohe Lebensqualität ermöglicht es in guter Form zu sein und zu surfen.

Das Ziel unseres Films Des Îles Usions war es, herauszufinden, ob wir drei auch außerhalb der Gesellschaft gut funktionieren würden, auf einer einsamen Insel, auf der wir selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen mussten und immer surfen konnten. Wir organisierten das Projekt, baten unsere Sponsoren um Hilfe (ihnen vielen Dank, sie sind auf der Website aufgeführt), um mit 120 Kilo Gepäck, Sonnenkollektoren, Gewehren für die Unterwasserjagd, Surfbrettern usw. nach Indonesien aufzubrechen.
Wir brauchten einen Monat, um eine unbewohnte Insel zu finden. Es ist ganz schön schwierig, eine eine völlig unbewohnte Insel mit guten Wellen zu finden. Im Allgemeinen sind der lokalen Bevölkerung die Wellen relativ egal, das ist eher das Ding der ausländischen Surfer. Wir fanden schließlich eine Insel mit geraden und Linkswellen und versuchten, dort so lange wie möglich zu überleben. Daher der Titel Des Îles Usions, wir wollten 40 Tage und 40 Nächte lang bleiben und baten einen zwei Fahrstunden von der Insel entfernt ankernden Fischer, uns hinzubringen. Aber nach 23 Tagen waren wir völlig fertig.
Wir nahmen uns zwar ein wenig Zeit, um surfen zu gehen, die meiste Zeit aber waren wir damit beschäftigt, nach Brennholz zu suchen, die Feuerstelle zu überwachen, auf der Suche nach Wasser tiefe Löcher zu graben, das Wasser zu filtern, gegen die Elemente zu kämpfen, Regen und Gewittern aus dem Weg zu gehen und vor allem etwas essbares zu finden, unser Essen zuzubereiten und zu versuchen, in einigermaßen guter Verfassung zu bleiben.“

Der Tipp von Posca
Sehen Sie sich an, welche Träger Aurélien Jacob verwendet
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