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Little Madi, little aber gar nicht so klein

16.12.2018

Little Madi ist nicht irgendwer, sondern die Illustratorin des Duos Koralie und Supakitch. Sie sieht genau hin und lernt schnell. Ihre Lieblingsfarben sind Schwarz und Weiß, besonders gerne arbeitet sie auf Porzellan und Tiere sind ihr liebstes Motiv.
Im Moment stellt sie gerade in Paris in dem Laden „Element“ aus; hier, in der winterlichen Hauptstadt, vertraute sie uns einige Eckdaten ihrer Künstlerkarriere an.

„Was haben dir deine vielen Reisen zu ganz unterschiedlichen Orten gebracht?“

„Eine gewisse Freiheit, ich gewann dadurch Abstand zu meiner Arbeit und zu meinem Künstlerstatus. Sie sind ein Mittel, wieder Bodenhaftung zu bekommen, herauszufinden, was ich mag, was ich will. Ich überarbeite meinen Ansatz, auf Reisen bist du ganz bei dir selbst und entdeckst andere Verfahren und Techniken. In New York war ich vor Allem von der in der Stadt herrschenden Geschwindigkeit beeindruckt, von dem Leben, dem Rhythmus, den Möglichkeiten, der Freiheit – der Eindruck, einfach alles schaffen zu können, ist wirklich angenehm.

In Brüssel herrscht bisweilen eine etwas verrückte Atmosphäre, Freiheit, du bist eine unbeschriebene Seite, du kannst machen, was du willst. In Frankreich fühlte ich mich ein wenig eingeengt. Ich fand einfach meinen Platz nicht. Als La Cambre einen Tag der offenen Tür veranstaltete, fühlte ich mich dort sofort wohl. Jeder bekommt seine Chance und man kann suchen, sich irren, seinen Stil finden, herumexperimentieren, sich ausdrücken…“

„Was kannst du uns sonst noch über La Cambre sagen?“

„Das ist eine Schule für visuelle Künste. Ich malte damals und machte Serigraphien, man konnte zwischen den verschiedenen Sektionen wechseln: Typographie, Buchbinderei… Das ist ein kunsthandwerklicher Ansatz, eine Ausbildung, die an der Basis ansetzt.“

„Wie lebst du mit deinem Künstlerstatus?“

„Sehr gut, danke (lächelt). Das ist kompliziert, aber es ist nun mal meine Leidenschaft. Manchmal macht es mich müde, weil du einfach nicht abschalten kannst. Als Künstler denkst du ständig nach und stellst dich selbst infrage… Ist aber auch sehr aufregend!“

„Wie managst du die Frage deiner persönlichen Arbeiten und der Auftragsarbeiten?“

„Ich habe für Volcom und Nikita gearbeitet, Marken, die dir Vertrauen entgegenbringen. Sie geben dir den Auftrag, weil sie deinen Stil mögen und ihre Vorgaben engen dich nicht allzu stark ein. Ich mache Vorschläge und wir finden einen gemeinsamen Nenner, also bin ich nicht frustriert. Das ist eine Chance, mich auszudrücken und ein Ergebnis zu erreichen, das mit mir in Einklang steht.
Bei meiner Arbeit auf Porzellan ist der Rhythmus ein ganz anderer. Die Kollektionen sind regelmäßiger, ich arbeite anders. Meine Kunden warten auf das Ergebnis meiner Arbeit. Das ist nicht wie zeichnen, du bist weniger frei.“

„Wie hast du mit der Dekoration von Porzellan begonnen?

„Ich machte ein Praktikum in einer Grafik-Agentur in Paris, das mir, obwohl ich viel lernen konnte, nicht so recht gefiel. Ich merkte, dass ich im Grunde keine Lust dazu hatte und begann trotzdem, sobald ich zuhause war, zu zeichnen. Eines Abends bemalte ich dann Teller.
Da wurde ich neugierig, ich wollte wissen, wie sich die Tinte fixieren ließ und begann, mit Porzellan aus Limoges zu arbeiten. Dieses Material war für mich Liebe auf den ersten Blick. Ein edles Material, zart und fein, die Kunst des schönen Tisches, das sprach mich einfach an. Ich verwendete Stifte von Rotring und Chinatinte – und es klappte!

Das ist französische Identität bei der Arbeit!

Ja, ein wenig, viel… ich versuche, die Kontrolle zu behalten, ich will sie auf keinen Fall verlieren.“

„Was meinst du mit „die Kontrolle verlieren“?“

„Nach China fahren und 500 Tassen machen, zum Beispiel. Das ist nichts für mich. Ich mag Zeichnungen auf Papier, die ich dann auf das Porzellan übertrage. Dann brenne ich das Teil und das ist es. Der gesamte Kreationsprozess liegt in meinen Händen, von A bis Z.
Für das Porzellan fertige ich eigene Zeichnungen an, Kollektionen. Es besteht ein Unterschied zwischen einer Original-Zeichnung und einer Tasse aus Porzellan. Ich versuche, die verschiedenen Verfahren auseinander zu halten und habe für jeden Träger einen eigenen Stil.“

„Und du hast ein Praktikum bei Koralie & Supakitch gemacht…“

„Das war ein wahrer Traum! Ich kannte ihre Arbeit, besonders die von Koralie, und das Praktikum fand in New York statt. Als ich dort ankam, fanden wir sofort einen gemeinsamen Nenner für die Arbeit. Ich lebte nach ihrem Rhythmus, sehr stressig, sehr aufregend. Sie haben dauernd zahllose Projekte: Fresken, Kleider…
Dieser Sommer hat mir enorm viel gebracht, er trat etwas los bei mir. Ich sagte mir, dass ich etwas Eigenes anfangen musste. Seitdem ist der Kontakt nie wieder abgerissen, sie machen mir Mut und sind eine echte Inspirationsquelle. Sie haben eine unglaubliche Energie und bersten geradezu vor Leidenschaft. Das wirkt ansteckend, sie machen einfach, was sie lieben. Und wenn Guillaume [Supakitch – Anm. d. Red.] beginnt, Tätowierungen zu machen, wird er sehr schnell sehr gut, weil er es gern macht, sein Strich ist genau richtig und er genießt, was er tut.

Machst du noch Tätowierungen?

Ich lerne noch, das ist schwierig, aber ich habe Versuchskaninchen, treue Freunde… die mir ihre Haut zur Verfügung stellen!“

„Du hast mit Fafi und Koralie zusammengearbeitet, gibt es da eine Art Solidarität der Frauen im Milieu der Illustration?“

„Ja, könnte man so sagen. Die Street Art der Frauen entwickelte sich in Frankreich und Koralie ist eine Art große Schwester für mich. Fafi habe ich in Amsterdam kennengelernt, als wir eine Mauer für Grolsch machten und sie hat mich sofort unter ihre Fittiche genommen. Das ist eine Art von Wissensweitergabe, sie hat mir gleich erklärt, wie sie arbeiten, wie man sich mit der Mauer am besten anstellt. Koralie wurde vor 15 Jahren von Fafi in die Materie eingeführt und die beiden haben oft gemeinsam gemalt.“

„Du bist in den sozialen Medien präsent, ist das für Künstler ein Must?“

„Das ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, aber ich komme gut zurecht, besonders mit Instagram, das ist für mich ein guter Kanal. Du bekommst Feedback von Leuten, die deine Arbeit mitverfolgen und du kannst dich mit ihnen austauschen. Das finde ich angenehm. Und was besonders wichtig ist: die Leute müssen dich schnell finden können.“

„Zum Schluss noch eine Frage: Du hast eine ganz besondere Vorliebe für Tiere…“

„Der Grund dafür ist ganz einfach, ich zeichne gerne die Texturen von Haaren und Federn, das sind für das Zeichnen typische Empfindungen; ich entdeckte mit den Rotring-Stiften, dass mir derartige Motive besonders gut liegen. Das ist sehr fein und erfordert viel Sorgfalt, ich konnte mich auf das Raster und die Details konzentrieren. Das Thema kommt oft… Im Moment bin ich in meiner Phase Löwen und Tiger!“

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Der Tipp von Posca
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